Mein erstes iPhone, das iPhone 3G, habe ich nach 150 Tagen „testen“ ausführlich vorgestellt. Nun möchte ich das Ganze mit dem neuem iPhone 4 wiederholen. Warum? Weil das Iphone 3G und das neue iPhone 4 zwar viel miteinander gemein haben, jedoch auch extreme Abweichungen.
Die „neue“ Optik des iPhone 4
Die neue Optik ist edel – bei weitem nicht mehr so schlicht wie die älteren iPhone Generationen. Der Alurahmen um die Seiten, die darin nahtlos eingearbeiteten Tasten für die Lautstärke, Virbration und Power – einfach edel. Dazu die aus Glas bestehende Vorder- und Rückseite des iPhone 4 – echt hübsch. Mein „altes“ 3G sah im Verlauf der zwei Jahre, die ich es im täglichem Gebrauch hatte, auf der Rückseite nicht mehr edel aus. Das ehemals hochglänzende Plastik war vor lauter kleinen Kratzern matt geworden, der schöne chromfarbene Apfel war herausgefallen… Durch das Glas des iPhone 4 dürfte das hier nicht mehr so schnell passieren. Speziell wenn man eine AntiScratch Folie auflegt.
Die „neue“ Optik des iPhone 4 kommt auch wesentlich näher an die Alu Mac´s heran, aber es ist Geschmackssache ob man die neue Optik mag – immerhin völlig anders als zuvor!
Die Verarbeitung des iPhone 4
Hier kann ich nur meine iPhone 3G Bewertung zitieren: „An der Verarbeitung gibt es (beinah) rein gar nichts zu bemängeln. Jedes noch so kleine Spaltmaß ist über das gesamte Gerät immer gleich, es gibt keine wackeligen Komponenten oder hakelige Tasten.“
Bei meinem iPhone 3G war nach 2 Jahren Dauereinsatz vor kurzem der Schalter für den Vibrationsalarm ausgefallen, da ich da wohl etwas arg häufig dagegen kam. Das dürfte mit dem fast komplett versenktem Schalter des iPhone 4 nicht mehr passieren.
Jedoch werde ich mir definitiv ein Case für das iPhone 4 kaufen, denn bei längerem Gebrauch in der Hand drücken die Kanten des Gerätes in die Hand und das kann auf die Dauer ganz schön unangenehm werden! Wie Apple das hätte vermeiden sollen, ohne dabei das neue Design zu ruinieren ist mir allerdings auch nicht so ganz klar ;)
Besonders hervorheben möchte ich den Dockanschluß – denn im Vergleich zum iPhone 3G und auch dem 3GS (das Classic hatte ich nie in den Händen).
Das Fazit bei der Verarbeitung: Kein anderes Smartphone ist so sauber verarbeitet und setzt dabei zeitgleich soviele hochwertige Materialien ein. Schnell verkratztes Plastik ist einfach nicht mehr vorhanden am iPhone 4 – nirgends!

Serienausstattung – mager aber ausreichend
Wie für Apple typisch, ist der Inhalt der iPhone Verpackung auf das absolut notwendigste beschränkt. Telefon, SIM Stick zur Entfernung der SIM Karte, USB iDock Kabel, das neue kleine mini Ladegerät, mini Anleitung und natürlich das iPhone selbst. Mehr ist nicht drin, mehr brauch man erst einmal auch nicht.
Direkt aus der Verpackung entnommen kann das iPhone noch nicht sehr viel. Hat man seine (aktivierte) SIM eingelegt und das iPhone erst einmal gründlich aufgeladen, kann man sich die Software auf dem Gerät anschauen. Es gibt zu Anfang lediglich folgende Applikationen:
- Telefon
- SMS
- Kontakte
- Notizen
- E-Mail
- Safari Webbrowser
- iPod (inklusive Video)
- Taschenrechner
- Kamera
- Fotobrowser
- Kalender
- Apple App Store
- Apple iTunes Store
- Karten (Google Maps)
- Uhr (mit Wecker)
- YouTube App
- Game Center App
- Spachmemos App
Generell reichen diese Apps ja schon einmal aus, um das iPhone zu einem passablen PDA zu machen, jedoch fehlen (mir) da ein paar weitere Programme und Funktionen, aber dazu später in meiner App Empfehlung!
Das iPhone 4 als Telefon
Das iPhone ist, entgegen einiger Behauptungen böser Zungen, auch ein Telefon. Funktionell wie fast jedes andere Smartphone
Über die Bluetooth Schnittstelle des iPhone kann das iPhone mittlerweile zum Glück durch Headsets bedient werden, es sind also die „guten alten“ Headsets weiter verwendbar. Die Kopplung an diverse Autoradios etc. funktioniert ebenfalls einwandfrei!
Die funktionelle Seite des iPhone als Telefon ist weiterhin sehr gut. Die Tasten bei eingehenden Rufen sind schön farbig und groß, selbst bei einer Montage des iPhone in der KFZ-Halterung lässt sich der eingehende Ruf sehr gut annehmen (oder ablehnen). Die Information wer gerade anruft wird auf dem Display auch seht gut angezeigt, wie man es seit je her von iPhone kennt. Das Anwählen von Kontakten aus dem Adressbuch (welches bei mir sich permanent mit meinen Google Kontakten abgleicht) funktioniert dankt der relativ großen Schrift auch gut und sehr schnell bei der Fahrt – man muss während der Fahrt aber dennoch kurz ein Auge auf das Display werfen – also am besten nur an einer roten Ampel wählen – bzw. nach Möglichkeit gar nicht während der Fahrt am Telefon “spielen”.
Die Sprachqualität direkt am Telefon ist hervorragend. Ich hatte bisher nie Probleme meinen Gegenüber zu verstehen, andersherum gab es auch noch nie Probleme. Der Klag ist klar, nur auf maximaler Lautstärke in meinen Headsets etwas verzerrt – was aber wenig stört, denn so laut mag ich meinen Gesprächspartner gar nicht im Ohr haben.
Das iPhone als iPod
Das iPhone ist ein ausgezeichneter Multimediapartner! Neben der Wiedergabe von Audiodaten (via iTunes synchronisiert) funktionier auch die Wiedergabe von Videos so tadellos wie ich es nie vermutet hätte. Bei Videos wird sich ähnlich wie bei Hörbüchern auch die letzte Position in der Datei gemerkt, so dass man ohne Probleme seinen Film an eben der Position weitergucken kann, an der man aufgehört hatte. Spulen innerhalb jeglicher Datei funktioniert ebenso schön wie man es von allen iPods kennt – und auch genauso schnell, egal ob 3MB Musikstück, 600MB großer Film oder ein 4GB großes Audiobook. Mit ein wenig Zusatzsoftware (VLC) kann das iPhone auch einige andere Videoformate wiedergeben, bzw. im WLAN auch gestreamte Videos empfangen!
Das iPhone als Mobile Internet Device
Der mobile Safari des iPhone taugt durchaus zum lesen jeder Website, solang es sich um flasharme Seiten handelt. Flash und Javascript sind die Schwachstellen des kleinen Safari – Flash geht gar nicht, Java nur relativ langsam im Vergleich zu dem was man vom Browser am PC gewohnt ist. Dank des Retina Displays braucht man jedoch kaum noch in den Seiten zoomen, ein echter Fortschritt im Vergleich zu den vorherigen Versionen des iPhone.
Ich kannte zuvor lediglich den Browser meines alten Nokia 7610, meines betagten Blackberry und den des Ogo (CT 17) – im Vergleich dazu hatte das iPhone 3G eher was von einem Netbook als von einem Handy – mit dem iPhone 4 verstärkt sich dieser Eindruck nochmals. Besser geht es glaube ich nur noch mit einem iPad oder ähnlichem, aber diese Geräte sind mir einfach zu groß!
Das iPhone als Organizer
Dank der neue Funktionen des iOS 4 ist das iPhone 4 (und auch die Vorgängermodelle iPhone 3G und 3GS) mittlerweile ein gutes Gerät was die Terminverwaltung angeht. Vorausgesetzt man hat das entsprechende Serverstück auf der anderen Seite, kann man sich via Push ohne jegliche Benutzeraktion die aktuellen Termine und Kontakte aus seinem Exchange / Outlook, Google Account oder IBM Domino / Notes ins iPhone synchronisieren. Lediglich das Adressbuch ist dabei etwas umständlich, da nur das eigene Adressbuch mit synchronisiert wird. Termine die auf dem iPhone eingetragen werden, werden auch direkt auf den Syncserver übertragen, also ein automatischer Abgleich, quasi live! Neue Termine bekommt man via Push Notification auch aufs Display, so dass man sehen kann wenn andere eine Termin für einen gemacht haben.
Auch kann das iPhone nun mehrere „Exchangekonten“ verwalten. Ich nutze dies beispielsweise um mein Firmennotes sowie meinen Googlemail Account immer auch auf dem iPhone zu haben. In der Übersicht von Mail & Kalender habe ich auch die Möglichkeit mir die Daten der beiden Accounts in einer Übersicht anzeigen zu lassen. Echt angenehm!
Leider wird nur eine Mailsignatur unterstützt, mit das einzige Manko das mir bisher aufgefallen ist, von der fehlenden „freie Zeit“ Funktion für die Kalender anderer sowie der fehlende Gruppenkalender mal abgesehen.

Mein Sonderzubehör (Hardware)
Absolut empfehlen kann ich als Zubehör zum iPhone eine AntiScratch Folie – es gibt sogar verspiegelte, was dem ganzen iPhone anderen richtigen Designtouch verleiht. Passgenau sind die meisten, so das bei richtiger Aufbringung die Folie nicht zu sehen ist. Die Bedienung des iPhone leidet in keinster Weise. Wichtig beim iPhone 4 ist hierbei, das man die Vorder- und Rückseite mit Folie versehen sollte!
Ebenso empfehlenswert ist ein Gürtelholster, ich habe mir eines der Firma Speck damals für mein iPhone 3G gekauft, welches sich wie ein Halfter benimmt, gleichzeitig als DeskStand verwendbar ist und alle wichtigen Bedienelemente wie Lautstärkeregler, Vibrationsschalter und Kopfhöreranschluß absolut frei lässt. Das Holster passt, bei einem verwendetem Bumper oder Backcase perfekt auch beim iPhone 4! Wer also einen Bumper verwendet, sollte mit seinem iPhone in ein Ladengeschäft gehen, und „Anprobe“ machen, ob nicht evtl. ein iPhone 3G(s) Holster besser geeignet ist!
Fazit
Hmm, was soll ich sagen… Es gibt auf dem ganzen Markt kein Telefon, welches mir so gefällt wie das iPhone. Ich hatte auch diverse Android Smartphones, Blackberry Storm, iPhone 3GS und das G1 in den Händen – die kamen nicht einmal ansatzweise an das iPhone heran! Die Akkuleistung ist mit knappen 24h im Alltag bei aktivem 3G und aktivem Betrieb ebenfalls locker ausreichend. Wenn man sparsam mit dem Akku umgeht sind auch locker mehrere Tage drin.