Debian: tar, tar.gz, tar.bz2 Archive erstellen und entpacken
Linux Neulinge und jene welche nur selten auf Linux Systemen arbeiten stossen immer wieder auf die gleiche Frage: Wie bekomme ich das tar.gz, oder tar.bz2 Archiv entpackt?
Wenn man weiß wie es gehtm denke ich ist es quasi verpflichtend gerade jenen zu helfen die es nicht wissen. Dieser Pflich will ich mit diesem Eintrag nachkommen!
Ein TAR Archiv
Zum entpacken wird die folgende Befehlszeile verwendet:
tar xfv [ARCHIV].tar
Die Parameter vor dem Archivnahmen stehen für die folgenden Aktionen: “x” steht für xtractm umgangsenglisch für extract, also auspacken. “f” für file, also für das auspacken einer Datei und “v” für verbose (gesprächig).
Soll ein TAR Archiv erzeugt werden, muss man lediglich das “x” durch ein “c” ersetzen, sprich das xtract durch create. Zuerst wird beim tar dann der Name des zu erzeugenden Archives angegeben, anschließend kommt eine Liste aus den Verzeichnissen und Dateien die in das Archiv kommen sollen.
tar cfv [ARCHIV].tar [VERZEICHNIS] [VERZEICHNIS] [DATEI]
An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen das in einem reinem tar Archiv keinerlei Kompression verwendet wird. Hierfür muss tar mit einem weiterem Programm kombiniert werden. Am gängisten sind hierfür GZIP und BZIP.
Ein komprimiertes TAR Archiv mit Gzip (tar.gz)
Ein tar.gz lässt sich auf mehreren Wegen erzeugen. Entweder als zweites Kommando nach dem erzeugen des Archives, oder gleich im selben Arbeitsgang.
Methode ein erfordert nur ein einfaches Kommando:
gzip -9 [ARCHIV].tar
Das “-9″ steht hierbei für die gewünschte Kompression, wobei “9″ für die maximale Kompression steht und auch am häufigsten (zumindest von mir) verwendet wird. Ist die Komprimierung abgeschlossen hat man ein [ARCHIV].tar.gz
Bei Methode 2 wird das Komprimieren der Daten gleich beim Erstellen des Archives mit eingebaut. Das Dienstprogramm GZIP muss dafür natürlich installiert sein, was auf 90% (vorsichtig geschätzt) aller Linuxsysteme aber der Fall sein sollte.
tar cfvz [ARCHIV].tar.gz [VERZEICHNIS] [VERZEICHNIS] [DATEI]
Durch den zusätzlichen Parameter “z” wird das TAR gleich zum tar.gz – einfacher geht es nicht mehr, oder? Nur der Vollständigkeit halber: Wenn man ein tar.gz einfach nur in ein .tar umwandeln möchte, kann man dies mit folgendem Befehl machen:
gzip -d [ARCHIV].tar.gz
Übrig bleibt danach das dekomprimierte .tar Archiv. Der Parameter “-d” steht für decompress!
Ein komprimiertes TAR Archiv mit Bzip2 (tar.bz2)
Hier funktioniert alles sehr ähnlich wie beim Gzip, nur das Bzip2 verwendet wird. Bei der kombinierten Lösung ersetzt der Parameter “j” das “z” vom Gzip Kommando, die Endung “.gz” sollte man dann natürlich auch durch ein “.bz2″ ersetzen. Zum erstellen eines .tar.bz2 Archives sieht die Kommandozeile also wie folgt aus:
tar cfvj [ARCHIV].tar.bz2 [VERZEICHNIS] [DATEI]
Zum auspacken eines solchen Archives so:
tar xfvj [ARCHIV].tar.bz2
Wenn man ein .tar Archiv einfach nur nachträglich Bzip2 komprimieren möchte benutzt man bzip2 direkt:
bzip2 [ARCHIV]
Das Ergebnis ist eine Datei namens [ARCHIV].bz2. Die Dekomprimierung funktioniert ähnlich:
bunzip2 [ARCHIV].bz2
Post Scriptum:
Bei den einzelnen bzip, bzw. bzip2 Kommandos (ohne tar) habe ich mich hier die ganze Zeit auf Archive bezogen, komprimieren kann man damit natürlich jede Datei, nicht nur TAR Archive – nicht das es hier zu verwirrungen kommt!



